„Vertrieb bei uns ist Teamsport“ - Bösch Boden Spies

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Menschen bei BBS

„Vertrieb bei Bösch Boden Spies ist Teamsport“

Maximilian Voss ist Hamburger durch und durch. Als ‚Key Account Manager Supply‘ bei Bösch Boden Spies ist er zugleich in der Welt zu Hause, denn er hält ständigen Kontakt zu Rohstoff-Produzenten rund um den Globus. Ein Gespräch über Trends, Teamgeist und tolle Menschen.

Interview Maximilian Voss

„Wir haben als Firma in den vergangenen Jahren viele richtige Entscheidungen getroffen“, sagt Maximilian Voss. Er klingt überzeugt und zufrieden dabei. Der 37-Jährige lebt mit seiner Frau, einem Sohn und zwei Töchtern in seiner Heimatstadt Hamburg. Im Juni 2008 stieß der Sportfan als ‚Key Account Manager Supply‘ zum Team des Traditionsunternehmens Bösch Boden Spies.

Der studierte Betriebswirtschaftler und gelernte Außenhandelskaufmann in der Papierbranche betreut heute die Lieferanten für Cranberrysaftkonzentrat aus den USA und Chile, mexikanisches Mangopüree, Bananen-Produkte aus Costa Rica und Maracujasaft und -konzentrat aus Ecuador und Peru. Meistens arbeitet er von der Firmenzentrale aus, Reisen zu Farmern und Partnern gehören aber natürlich auch dazu. „Zu sehen, wie die Farmer alles für ein Top-Produkt geben, ist beeindruckend“, sagt er.

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Herr Voss, Sie haben in der Papierbranche gelernt und arbeiten seit zehn Jahren mit Fruchtrohstoffen, wo liegen Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede im Produkt?

Beide Branchen arbeiten mit natürlichen Rohstoffen, die in ihrer Verfügbarkeit von der Natur abhängig sind. Zum Beispiel bestimmt das Wetter die Rohstoffernte. Eine weitere Gemeinsamkeit ist der Einfluss von Trends im Konsumentenverhalten auf den Absatz. Mehr E-Reader und Online-Angebote bedeuten beispielweise weniger verkauftes Zeitungsdruckpapier. Genauso gibt es gravierende Unterschiede. Bei Bösch Boden Spies kann ich im Supermarkt sehen, für welche Produkte ich gerade die Rohware verkauft habe. In meiner vorherigen Firma waren diese Erfolgserlebnisse nicht so greifbar.

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Welche Aufgaben haben Sie als ‚Key Account Manager Supply‘?

Meine KAM-Supply Kollegen und ich sind das Sprachrohr des Lieferanten zum Vertriebsteam bei Bösch Boden Spies. Wir sorgen einerseits dafür, dass das Team immer Bescheid weiß und besprechen andererseits mit den Lieferanten die Strategie und die Umsetzung des Jahresbudgets, definieren neue Projekte und welche Produkte die Kunden mit den Rohstoffen neu entwickeln. Das Wichtigste ist die Kontaktpflege zu unseren Lieferanten. Wir telefonieren, schreiben und skypen über Preise, Ernten, Verfügbarkeiten, über den Bedarf von Kunden, Qualitätsanforderungen und vieles mehr. Das ist eine sehr abwechslungsreiche Aufgabe, die uns ständig neu fordert.

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Wo haben Sie das letzte Mal einen Lieferanten besucht?

Ich war mit einem Kunden bei unserem Cranberry-Partner Ocean Spray in den USA. Davor habe ich ein Audit eines Kunden
in Ecuador und Peru bei unserem Maracuja-Lieferanten begleitet – auch sehr interessant. Durch meine Besuche vor Ort lerne ich mehr als die Vertriebsseite kennen. Das ist sehr wichtig, um die Prozesse und Herausforderungen des Lieferanten zu verstehen. Wenn ich auf einem Maracuja-Feld am Fuße der Anden stehe und mit einem Farmer spreche, erscheint alles in einem anderen Licht.

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Was ist Ihnen von Ihren Geschäftsreisen in besonderer Erinnerung geblieben?

Ich habe als Produktverantwortlicher schon einiges erlebt, aber besonders beeindruckt hat mich eine Zugreise in meiner Anfangszeit – quer durch Indien zu einer Mango-Plantage. Indien ist
außergewöhnlich. Auch die Cranberry-Ernte in den USA ist immer imposant und in ihrer Art mit nichts zu vergleichen. Oder mit Kunden und Lieferanten in der Hochebene von Costa Rica über Bananenpüree zu sprechen und dabei runter auf die Hauptstadt San José zu blicken, das hinterlässt bleibende Eindrücke.

Und dann die vielen tollen Menschen, die ihre ganze Passion in die Arbeit mit Pflanzen und Früchten stecken… Wenn ich Bauern oder Fabrikarbeiter treffe und ihnen erzähle, dass aus ihren Früchten Säfte, Joghurts oder Eiscreme wird, kommt ehrliche Freude zurück.

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Langjährige Partnerschaften gehören zur gelebten Leitidee von Bösch Boden Spies, warum ist das so wichtig?

Langfristige Zusammenarbeit schafft Vertrauen, Vertrauen schafft gemeinsame Projekte und gemeinsame Projekte bringen die nächsten Entwicklungsschritte in einer Geschäftsbeziehung. Für uns haben Kontinuität und Verlässlichkeit einen hohen Wert. Wir arbeiten mit Lieferanten, die genau wie wir in eine langfristige
Zusammenarbeit investieren und deren Vertriebsphilosophie sich mit unserem Modell der Exklusivvertretung vereinbaren lässt.

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Welche Rolle spielen die Erzeuger bei Produktneu- und Weiterentwicklungen?

Es gibt Lieferanten, die zusätzliche Kapazitäten schaffen und uns Support geben, um Produkte zu modifizieren und neue Absatzkanäle zu erschließen. Das sind unsere Key Supplier, die den Erfolg von Bösch Boden Spies mitgestalten. Manchmal ist eine Weiterentwicklung aber auch nur eine kleine Modifikation
im Produktionsprozess, die zu Kosteneinsparungen führt. Die können wir dann an unsere Kunden weitergeben.

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Wie wichtig sind Trends für Sie als Key Account Manager?

Trends beeinflussen unser tägliches Handeln. 2009 zum Beispiel kamen Smoothies auf und die Nachfrage nach Bananenpüree stieg enorm. Die Folge war ein deutlicher Preisanstieg, auch für die Herstellung bereits bewährter Produkte. Das hat den Markt damals ganz schön durcheinandergewirbelt. Oder nehmen wir die Saftbranche, die seit Jahren mit sinkendem Konsum zu kämpfen hat. Vor zehn Jahren lag der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland noch bei 40 Litern, mittlerweile sind es 33 Liter. Wir setzen diesem Trend hochwertige Produkte entgegen.

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Wo und wie schalten Sie vom Job ab?

Wenn mir zu Hause drei – meist fröhliche – Kinder in die Arme laufen, komme ich ganz schnell auf andere Gedanken. Und ich spiele Hockey beim Großflottbeker GTHGC. Hamburg ist die Hockey-Hauptstadt Deutschlands. Insgesamt acht Herren- und sechs Damen-Mannschaften spielen in der 1. oder 2. Bundesliga. Da kann jeder für kleines Geld tollen Leistungssport sehen –
viel besser, als im Volksparkstadion die große Enttäuschung bei zu teurem Bier zu erleben.

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Was lieben Sie am Hockey?

In erster Linie den Teamgeist. Den Ball führen zu wollen und im richtigen Moment abzugeben, anstatt sich alleine durchzudribbeln – das zu können hilft mir auch im Job. Ein Hockeyspiel ist, genau wie das Zusammenspiel zwischen KAM-Supply und KAM-Sales, immer eine Teamleistung. Die anderen mitreißen oder mal mitgerissen werden und gemeinsam Erfolg haben – das treibt einen an.

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Welche Sehenswürdigkeiten empfiehlt ein gebürtiger Hamburger einem Hamburg-Besucher?

Lassen Sie sich die Fischbeker Heide nicht entgehen, spazieren Sie durch den Jenischpark und fahren Sie mit der Hadag-Fähre von Teufelsbrück über die Elbe in die Stadt. Natürlich sollten das auch alle Hamburger mal gesehen haben.