Lesen Sie auch die erste Ernteschätzung zur Mandelernte 2026!
Indien importierte im April 31,6 Millionen Pfund Mandeln – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 45,9 Millionen Pfund im Vorjahr. Der Abstand zum Vorjahr hat sich damit auf 8 % vergrößert. Der Markt hat sich abgeschwächt, da höhere Temperaturen den lokalen Konsum reduziert haben. Indien bleibt jedoch ein bedeutender Markt für globale Inshell-Mandelverkäufe und wird wieder aktiver werden müssen, um sich Bestände vor der neuen Ernte zu sichern.
Die Lieferungen nach China/Hongkong beliefen sich im April 2026 auf 3,7 Millionen Pfund, was einem Anstieg von 110 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Exporte nach Vietnam erreichten 4,8 Millionen Pfund – ein Rückgang von 34 % im Monatsvergleich, jedoch ein Plus von 46 % seit Jahresbeginn. Zusammen verzeichneten diese Regionen ein Wachstum der Lieferungen von 2,65 % im Jahresvergleich.
Europa zeigte im April eine leichte Abschwächung. Das jährliche Wachstum der Region verringerte sich von 7 % auf 4 %. Der Markt bleibt jedoch ein stabiler und verlässlicher Absatzkanal für kalifornische Mandeln. Das Kaufverhalten der Abnehmer hat sich im gesamten Jahr kaum verändert. Es wird erwartet, dass die kalkulierte und vorsichtige Einkaufspolitik bis zum Ende der Saison anhält, wobei viele Käufer bereits beginnen, sich für die neue Ernte einzudecken. Spanien (+17 %), Italien (+9 %) und Deutschland (+4 %) bleiben die Wachstumstreiber der Region.
Die Region wird weiterhin durch den Konflikt im Iran belastet. Käufer in der Golfregion verfolgen überwiegend eine abwartende Strategie und zeigen nur geringe Risikobereitschaft. Die Nachfrage bleibt zwar vorhanden, jedoch erschweren logistische Herausforderungen und steigende Transportkosten den Abschluss neuer Positionen. Handelsströme verändern sich zunehmend, wobei neue Umschlagplätze entstehen, da Dubai seine bisherige Rolle nur eingeschränkt wahrnehmen kann. Die Türkei zeigt weiterhin Stärke (+35 %), während Pakistan mit einem Wachstum von 202 % als neuer Transitmarkt zur Versorgung der Region an Bedeutung gewinnt. Der Handel findet Wege, sofern Käufer aktiv bleiben wollen. Bis zu einer politischen Entspannung wird sich die Branche jedoch weiterhin an eine „neue Normalität“ anpassen müssen.
Der US-Inlandsmarkt verschiffte 52,6 Millionen Pfund, was einem Rückgang von 1,3 % entspricht. April war dennoch der zweitstärkste Versandmonat des aktuellen Wirtschaftsjahres. Dadurch reduzierte sich das Minus gegenüber dem Vorjahr auf 14,4 %. Schwächere monatliche Verkäufe führten zudem dazu, dass die Vorwärtsverkäufe um 5,2 % zurückgingen. Nach längerer Phase deutlicher Rückgänge scheint sich der Inlandsmarkt nun auf einem neuen monatlichen Durchschnitt knapp unter 50 Millionen Pfund zu stabilisieren. Mit Vorwärtsverpflichtungen von 199 Millionen Pfund ist der Markt gut positioniert, um die Schlussquartals-Verschiffungen des Vorjahres von rund 152 Millionen Pfund zu erreichen.
Die gesamten Vertragsbestände liegen derzeit bei 517 Millionen Pfund und damit 1,6 % unter dem Vorjahr. Die Neuverkäufe im April fielen im Vorfeld der sogenannten „Subjective Estimate“ verhalten aus und beliefen sich auf 160,7 Millionen Pfund gegenüber 192,5 Millionen Pfund im Vorjahr. Davon entfielen: 39,9 Millionen Pfund auf den Inlandsmarkt und 120,8 Millionen Pfund auf den Exportmarkt.
Die gesamten Vertragsbestände betragen nun: 199,6 Millionen Pfund im Inland und 317 Millionen Pfund im Export. Aufgrund der schwächeren Verkäufe stiegen die unverkauften Lagerbestände um 4,2 % auf 605,8 Millionen Pfund gegenüber 581,5 Millionen Pfund im Vorjahr.
Die Anlieferungen der Ernte 2025 gehen weiterhin langsam ein. Im April kamen lediglich 4 Millionen Pfund hinzu, wodurch sich das Gesamtvolumen auf etwa 2,69 Milliarden Pfund erhöht hat. Der Crop Estimate Report von Blue Diamond vom 9. Mai 2026 prognostiziert für die kalifornische Mandelernte eine Spanne von 2,675 bis 2,72 Milliarden Pfund, mit einem Mittelwert von 2,69 Milliarden Pfund.
Die Prognose beschreibt einen insgesamt ausgeglichenen, aber vorsichtigen Ausblick und berücksichtigt Wetterrisiken, aufgegebene Plantagenflächen sowie sommerliche Bedingungen, die entscheidend dafür sein werden, ob das Ertragspotenzial erreicht wird. Die Schätzung von Blue Diamond liegt sehr nahe an den Prognosen des USDA („Subjective Estimate“) sowie weiterer Marktteilnehmer, die ebenfalls rund 2,7 Milliarden Pfund erwarten. Blue Diamond kündigte an, weitere Ernte-Updates im Juni-Marktbericht sowie im Juli-Ernteprognosebericht zu veröffentlichen, um die Schätzungen mit Fortschreiten der Ernte weiter zu präzisieren.
Der Ausblick für die verbleibenden Monate der Saison bleibt insgesamt positiv. Unterstützt wird dies durch eine starke globale Nachfrage, ein ausgewogenes Angebotsniveau, sowie eine erwartete Preisstabilisierung zur neuen Ernte. Für den US-Inlandsmarkt wird bis zum Saisonende eine konstante Entwicklung erwartet. Trotz geopolitischer Herausforderungen und veränderter Handelsströme entwickeln sich die Exporte bislang weiterhin robust.
Die endgültigen Verschiffungen der Saison dürften zu einem gut handhabbaren Lagerüberhang führen. Da die Ernteschätzungen für 2026 ein ähnliches Bild wie 2025 zeichnen, bleibt der Markt voraussichtlich ausgewogen. Diszipliniertes Verkaufs- und Kaufverhalten dürfte zu einem stabilen bis festen Markt führen und damit eine solide Grundlage für kontinuierliche Abschlüsse im Verlauf des Wirtschaftsjahres schaffen.
Senior Sales Director Nut Ingredients
Senior Key Account Manager Global Partner